Luang Prangang Beitrag 1

19.12.2023

Als wir vor 9 Jahren das erste Mal diese wunderschöne Stadt besuchten, erkannten wir gleich den unglaublichen Charme, den diese Stadt auf alle Besucher ausübt. Luang Prabang liegt im Norden von Laos im Herzen einer Bergregion. Die Altstadt wurde auf einer Halbinsel, geformt durch die Flüsse Mekong und Khan inmitten üppiger, urwüchsiger Landschaft gebaut. Im Mittelalter war die Königsstadt Hauptstadt des Landes und Königreiches der "eine Million Elefanten", direkt an der Seidenstrasse gelegen.

 Bis heute blieb Luang Prabang religiöses und kulturelles Zentrum. Zahlreiche Klöster und Tempel unterstreichen die Wichtigkeit des gelebten Buddhismus. Die Franzosen, die Laos im frühen 20.Jahrhundert politisch kontrollierten, hinterließen wunderschöne Häuser im Kolonialstil, die seit der Ernennung zum UNESCO Weltkulturerbe 1995 fleißig renoviert werden. Der Mix an Bauten einerseits, vergoldete Dächer einiger Tempel, aus Stein gebaute Kolonialvillen, traditionelle, laotische Holzhäuser, andererseits die sich verschwenderisch ausbreitende Natur, umrahmt von beiden Flüssen, machen den Reiz der Stadt aus. Dazu trägt die unglaubliche Gelassenheit der Laoten bei. Hier kommt jeder runter.

Nach dem hektischen Hanoi, dem Lärm, dem Auto-und Mopedverkehr herrscht hier um 21 Uhr auf den Straßen schon gespenstische Ruhe. Man geht früh schlafen in Luang Prabang. 

Zum Glück stehen wir nur kurz allein vor unserer Herberge. Jonas, ein junger Schwede, dem das Haus gehört, braust mit dem Moped heran, entschuldigt sich für die Verspätung und lässt uns eintreten. Die Maisonettewohnung ist schnell erklärt: unten Wohnzimmer und Küche, oben Schlafzimmer, Bad und Balkon. mit Blick auf den Khan. Wir zahlen für den Aufenthalt und schon ist Jonas wieder weg. 

Wir beeilen uns die Kleidung zu tauschen, um dann noch irgendwo ein Bierchen trinken zu können. Die Kneipe ist nicht weit von unserem Zuhause und beginnt sich erst am späteren Abend zu füllen. Hier treffen sich anscheinend Expats, die die schöne Stadt zu ihrem Zuhause gemacht haben.

Am nächsten Tag bummeln wir durch den Ort und stellen erleichtert fest, dass sich außer jede Menge neuer Restaurants und Shops nicht viel verändert hat. Inzwischen ist es üblich geworden Mopeds zu mieten. Das war vor 9 Jahren sehr gefährlich, denn die Roller wurden teils von den eigenen Besitzern gestohlen, um den Mieter verantwortlich zu machen und zur Kasse zu bitten. Bis heute muss man immer noch den Reisepass hinterlegen als Pfand. Das passt uns nicht, deshalb muss es auch diesmal ohne Moped gehen. Friedrich packt seine Stöcke aus und muss die ein oder andere Strecke zu Fuß meistern. Tuk-tuks stehen als Taxis zur Verfügung. Sie verlangen zwar im Verhältnis zu laotischen Löhnen Wucherpreise für kurze Strecken, sind aber unabkömmlich, gerade für gehfaule, ältere oder behinderte Personen. 

Wir finden alte Plätze am Mekong von damals wieder, neue, schicke Lokale mit Aussicht und sind über die Vielfalt der kulinarischen Möglichkeit überaus erfreut. Ich muss nicht kochen, es gibt genügend Auswahl an indischen und europäischen Restaurants. Die Laoten nutzen ja leider genau wie Thais Glutamat als Würzung, sodass Friedrich das einheimische Essen meiden muss.

Es ist einiges los in der Stadt, sie ist aber keineswegs überfüllt, was wir befürchtet hatten. Der ganz große Ansturm der chinesischen Touristen, auf die man hier wartet, ist noch nicht erfolgt. Wir durchstreifen die Halbinsel von Nord nach Süd, von West nach Ost. Wenn Friedrich nicht mehr laufen kann, setzt er sich in ein Café oder in ein Tuk-tuk, um heim zu fahren. Jeder kommt auf seine Kosten. Wir können uns nicht satt sehen an der Schönheit der Stadt. Am Nachmittag, wenn die Sonne hoch am Himmel steht, machen wir auf dem heimischen Balkon Pause. Ab fünf Uhr geht es zum Sonnenuntergang an den Mekong. Hier könnte man stundenlang verweilen und den Booten nachschauen. Inzwischen gibt es zwar Partyboote, deren laute Beschallung die Romantik beeinträchtigt, aber wirklich stören tun sie nicht. Wir wundern uns darüber, wie gut die Laoten inzwischen Service gelernt haben. Vor neun Jahren brachten wir einem Kellner bei, dass Weißwein nur kalt gut schmeckt. Heute kein Problem mehr. Die Auswahl hat sich riesig gemacht. Durch den französischen Einfluss gibt es hochwertige Wurst-und Käsewaren und leckeren Wein, alles für Laoten unerschwinglich...für uns günstiger als in Europa. So kann man es aushalten.